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Worauf Sie beim Erstellen einer barrierefreien Webseite achten müssen

von ACC Content Team

Die Zahl der Menschen in Österreich, die eine dauerhafte Beeinträchtigung haben, wird vielfach unterschätzt. Insgesamt mehr als 1,3 Mio. Menschen in Österreich haben eine dauerhafte Beeinträchtigung. Seit 2019 gilt in Österreich das Web-Zugänglichkeits-Gesetz, das Behörden und öffentliche Einrichtungen dazu verpflichtet, Websites barrierefrei zu gestalten. Aber auch für private Unternehmen ist eine barrierefreie Website mehr Pflicht als Kür. Hier kommt nämlich das Bundes-Behindertengleichstellungsgesetz zum Tragen. Dieses stellt sicher, dass Menschen mit Behinderung einen gleichberechtigten Zugang zu allen Bereichen der Gesellschaft haben und nicht diskriminiert werden. Wir haben in diesem Blogbeitrag die wichtigsten Infos und Kriterien für Sie  zusammengefasst.

Was bei Webseiten behindern kann

In Österreich haben über 216.000 Personen Probleme beim Sehen. Wer nichts oder nur eingeschränkt sieht, der hat es beim Besuch einer Website nicht leicht. Zwar gibt es mittlerweile Hilfsmittel, wie beispielsweise Screenreader, aber diese funktionieren nur, wenn wichtige inhaltliche Angaben und technische Auszeichnungen vorhanden sind.  Welche Einschränkungen besonders für das Webseitendesign berücksichtigt werden sollen, wollen wir hier aufzeigen:

Rot-Grün-Sehschwäche

Etwa 9 % aller Männer und 0,8 % aller Frauen weisen eine Rot-Grün-Sehschwäche auf. Im Alltag spielt diese Sehschwäche eine untergeordnete Rolle, doch besonders im Web-Bereich stoßen hier einige auf eine Barriere, da diese Hürde beim Design oft nicht bedacht wird. Kleinteilige Elemente, dünne Linien oder farbliche Hervorhebungen in roter oder dunkelroter Schrift, wird von den Betroffenen oft nicht als Hervorhebung erkannt. 

Eingeschränktes Blickfeld

Besonders bei älteren Menschen kann sich mit der Zeit das Sichtfeld einengen, sodass diese Personen nur mehr einen kleinen Bereich in der Mitte wirklich scharf sehen bzw. in der Mitte einen blinden Fleck haben und dort nichts mehr sehen. Bilder, Menüs und andere strukturelle Elemente einer Website sollten deshalb richtig ausgezeichnet und beispielsweise mit einem Alternativ-Text beschriftet sein. Screenreader lesen diesen Text vor und mit Hilfe dieses Textes orientieren sich die Menschen.

Menschen mit einer geringeren Sehbeeinträchtigung vergrößern die Website sehr stark um den Text lesen zu können. Das Layout einer Website sollte deshalb so designt und programmiert sein, dass es sich skalieren lässt. Responsive Webdesign hat hier bereits eine große Erleichterung geschaffen. 

Auch Videos, die keinen alternativen Text oder keine akustische Bildbeschreibung haben, sind problematisch. Da hierauf meist nicht der inhaltliche Fokus liegt, ist es viel gravierender, wenn Texte und Bilder mit ungenügendem Kontrast zwischen Hintergrund und Vordergrund versehen sind. Weitere grundlegende Probleme bereiten Webseiten, die keine Bedienung mit der Tastatur erlauben sowie inkonsistente und komplizierte Navigationen und Menüs beinhalten.

Körperliche  Beeinträchtigung

Wer schon einmal mit einem gebrochenen Arm probiert hat, am Computer zu arbeiten, weiß wie schwierig das ist. Ein gebrochener Arm heilt wieder, andere Beeinträchtigungen wie Koordinationsschwierigkeiten, Lähmungen der Hand, Arthritis oder Schmerzen in den Händen bleiben und können die Bedienung einer Webseite erschweren.

Mittels speziell designter Tastaturen und Mäusen, Mundstücken, Tastaturen am Bildschirm oder Spracherkennung behelfen sich Menschen mit Beeinträchtigung bei der Navigation durch die Webseite. Sind wichtige Buttons und Menübereiche zu klein designt, erschwert dies die Navigation durch die Seite und das einfache Finden von gesuchten Inhalten und Seiten. Webseiten, die sich nicht mittels der Tastatur bedienen lassen, sind auch für diese Menschen nicht barrierefrei. Eine inkonsistente, unvorhergesehene und komplizierte Navigation erschwert auch hier die Bedienung.

Geistige Beeinträchtigung

Geistige Beeinträchtigungen erschweren es komplexe Sachverhalte zu verstehen oder auch schwer zugängliche Inhalte zu finden. Deshalb ist es wichtig auch beim Schreiben der Webseiten-Texte an Menschen mit Konzentrationsschwierigkeiten und psychischen Problemen zu denken. Diese werden es Ihnen danken, wenn Sie keine unverständlichen Schachtelsätze mit unerklärten Fremdausdrücken auf Ihrer Homepage verwenden, sondern klar, einfach und verständlich schreiben. Natürlich hängt der Schreibstil auch von der Zielgruppe ab.

4 Prinzipien für Barrierefreiheit im Internet: Wahrnehmbarkeit, Bedienbarkeit, Verständlichkeit, Robustheit

Das World Wide Web Consortium hat für die Barrierefreiheit von Webangeboten Richtlinien erarbeitet. Diese müssen auf 4 Prinzipien (Wahrnehmbarkeit, Bedienbarkeit, Verständlichkeit und Robustheit) ausgerichtet sein.

  • Wahrnehmbarkeit bedeutet, dass alle bedienbaren Elemente so dargestellt werden müssen, dass sie ohne technische Hilfsmittel einwandfrei erkannt werden können.
  • Bedienbarkeit bedeutet hingegen, dass alle Steuerelemente auch ohne Maus bedienbar sein müssen.
  • Verständlichkeit bedeutet laut den Prinzipien des W3C, dass alle Informationen der Bedienung leicht verständlich sein müssen, beispielsweise muss ein Button klar als solcher gekennzeichnet sein.
  • Robustheit hingegen bezieht sich darauf, dass die Webseite mit technischen Hilfsmitteln wie beispielsweise einem Screenreader bedient werden kann.

12 Kriterien einer barrierefreien Website

Die Bots von Google ähneln blinden Menschen die einen Screenreader benutzen, um sich in der Website zu orientieren und zu navigieren. Deshalb schlagen Sie zwei Fliegen mit einer Klappe, wenn Sie die 11 Richtlinien für barrierefreies Webdesign umsetzen. Zum einen ermöglichen Sie beeinträchtigten Menschen eine ideale Bedienung der Webseite, zum anderen geben Sie den Crawlern der Suchmaschinen eine rasche Arbeit. Das wird im Google-Ranking belohnt. Welche Prinzipien sollten Sie deshalb bei der Programmierung einer Webseite berücksichtigen?

  1. Textalternativen: Alle nicht-textbasierten Elemente und Inhalte sollten einen Alternativtext haben. Bestes Beispiel dafür: Alt-Texte bei Bildern, die auch relevant sind für die Suchmaschinenoptimierung.
  2. Alternativen für zeitbasierte Medien: Auch für Video- und Audiodateien sollten auf Text basierte Alternativen bereitgestellt werden. Ein Beispiel dafür sind die Untertitel in einem Video.
  3. Unterscheidbar: Farben, Schriftarten, Schriftgrößen und Kontraste sind im Webdesign wichtige gestalterische Mittel. Dennoch sollten sie so eingesetzt werden, dass die Inhalte noch unterscheidbar sind.
  4. Einfach navigierbar: Die Website sollte leicht navigierbar sein. Alle wichtigen Elemente sollten nachvollziehbar und korrekt beschriftet werden.
  5. Per Tastatur navigierbar: Alle Navigationselemente wie Menüs und Formulare müssen mittels Tastatur bedienbar sein.
  6. Lesbar: Lesbar bedeutet, dass die Texte leicht verständlich geschrieben sind und verschiedene Sprachen nicht miteinander vermischt werden.
  7. Vorhersehbar: Eine klare Webseiten-Struktur hilft bei der Orientierung. User sollten nicht durch unvorhergesehene Elemente verwirrt werden.
  8. Ausreichend Zeit geben: Countdowns sind nicht barrierefrei, da sie die Zeit verknappen und dadurch für viele eine Hürde darstellen.
  9. Stress vermeiden: Insbesonders helle und rote Blitze begünstigen Stress. Diese sollten vermieden werden.
  10. Hilfestellung bei der Eingabe: Besonders bei Formularen gilt: Sie sind so gestaltet, dass sie den User bei der Eingabe unterstützen und auf evtl. Eingabefehler hingewiesen wird.
  11. Kompatibel: Die Webseite muss kompatibel sein zu vielen Benutzeragenten (die Browser/Gerät-Kombination mit der Sie die Seite besuchen) und und muss aktuelle Techniken unterstützen.

 

Bild (c) Gettyimages

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